Moin zusammen,

in diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr mit LinuxGSM relativ einfach einen eigenen Gameserver unter Linux installieren und verwalten könnt.

Das passende Video dazu findet ihr hier:
Zum Video auf YouTube

Hinweis:
Das Video stammt noch aus der alten Chaotenhouse-Zeit. Das Projekt läuft inzwischen unter Chaotec weiter.

Was ist LinuxGSM?

LinuxGSM steht für Linux Game Server Managers und ist ein praktisches Kommandozeilen-Tool, mit dem ihr dedizierte Gameserver unter Linux installieren, starten, stoppen, aktualisieren und verwalten könnt.

Der große Vorteil ist, dass man nicht jeden Gameserver komplett manuell per SteamCMD und eigenen Startscripts aufbauen muss. LinuxGSM nimmt einem viele Standardaufgaben ab und stellt für viele Spiele fertige Verwaltungsscripts bereit.

In diesem Tutorial wird beispielhaft ein 7 Days to Die Server eingerichtet. Das Prinzip ist bei anderen Spielen aber sehr ähnlich.


Voraussetzungen

Ihr benötigt:

  • einen Linux-Server, zum Beispiel Ubuntu oder Debian
  • Zugriff per SSH
  • einen Benutzer mit Root- oder sudo-Rechten
  • ausreichend Speicherplatz für den jeweiligen Gameserver
  • offene Ports in der Firewall beziehungsweise im Router
  • grundlegende Linux-Kenntnisse

Im Video wurde ein Ubuntu-Server verwendet und per Terminal administriert.


1. Server aktualisieren

Zuerst sollte das System aktualisiert werden:

apt update && apt upgrade -y

Je nach Distribution und Spiel müssen noch zusätzliche Abhängigkeiten installiert werden. Bei SteamCMD-basierten Spielen kann es außerdem nötig sein, die 32-Bit-Architektur zu aktivieren:

dpkg --add-architecture i386
apt update

Danach können die benötigten Pakete installiert werden:

apt install curl wget file tar bzip2 gzip unzip python3 util-linux ca-certificates binutils bc jq tmux netcat-openbsd lib32gcc-s1 steamcmd -y

Hinweis:
Die benötigten Pakete können je nach Linux-Version und Spiel leicht abweichen. Prüft daher am besten immer zusätzlich die aktuelle LinuxGSM-Seite des jeweiligen Spiels.

2. Eigenen Benutzer für den Gameserver erstellen

Der Gameserver sollte nicht dauerhaft als Root laufen. Deshalb wird ein eigener Benutzer angelegt.

Für 7 Days to Die heißt dieser Benutzer im Beispiel:

adduser sdtdserver

Danach legt ihr ein Passwort fest. Weitere Angaben wie Name, Telefonnummer usw. können einfach mit Enter übersprungen werden.

Anschließend wechselt ihr in den neuen Benutzer:

su - sdtdserver

Ab jetzt arbeitet ihr als Gameserver-Benutzer.


3. Optional: eigenes Verzeichnis für den Server anlegen

Im Video wurde zusätzlich ein eigener Ordner für den Server erstellt:

mkdir 7DaysToDie
cd 7DaysToDie

Das ist nicht zwingend erforderlich, sorgt aber für eine bessere Übersicht, wenn später mehrere Server auf dem System laufen.


4. LinuxGSM herunterladen

Nun wird das LinuxGSM-Script heruntergeladen und ausführbar gemacht:

wget -O linuxgsm.sh https://linuxgsm.sh && chmod +x linuxgsm.sh && bash linuxgsm.sh sdtdserver

Dabei steht sdtdserver für den 7 Days to Die Server.

Für andere Spiele muss an dieser Stelle der passende LinuxGSM-Servername verwendet werden, zum Beispiel:

  • rustserver für Rust
  • mcserver für Minecraft
  • vhserver für Valheim
  • sdtdserver für 7 Days to Die


5. Gameserver installieren

Nach dem Download wird die eigentliche Installation gestartet:

./sdtdserver install

LinuxGSM führt euch nun durch die Installation. Dabei werden unter anderem folgende Dinge eingerichtet:

  • benötigte Ordnerstruktur
  • Log-Verzeichnisse
  • SteamCMD
  • Serverdateien
  • Standard-Konfigurationsdateien
  • LinuxGSM-Verwaltungsscript

Während der Installation können ein paar Abfragen erscheinen. Diese bestätigt ihr entsprechend mit Y oder Enter.

Nach erfolgreicher Installation zeigt LinuxGSM die wichtigsten Pfade und Hinweise an.


6. Wichtige Konfigurationsdateien

Nach der Installation findet ihr die Serverdateien ungefähr in folgendem Pfad:

/home/sdtdserver/7DaysToDie/serverfiles/

Die eigentliche 7 Days to Die Konfiguration liegt je nach LinuxGSM-Version beispielsweise hier:

/home/sdtdserver/7DaysToDie/serverfiles/sdtdserver.xml

oder hier:

/home/sdtdserver/7DaysToDie/serverfiles/serverconfig.xml

Die LinuxGSM-Konfiguration liegt ungefähr hier:

/home/sdtdserver/7DaysToDie/lgsm/config-lgsm/sdtdserver/

Sehr hilfreich ist dieser Befehl:

./sdtdserver details

Damit zeigt LinuxGSM wichtige Informationen zum Server an, darunter:

  • Status
  • IP-Adresse
  • Ports
  • Serverpfade
  • Config-Dateien
  • verwendete Startparameter
  • Systeminformationen


7. Server starten

Nach der Installation kann der Server gestartet werden:

./sdtdserver start

Wenn alles passt, meldet LinuxGSM, dass der Server gestartet wurde.


8. Server stoppen und neustarten

Server stoppen:

./sdtdserver stop

Server neustarten:

./sdtdserver restart

Status und Details anzeigen:

./sdtdserver details


9. Server-Konsole öffnen

Die Live-Konsole des Servers kann mit folgendem Befehl geöffnet werden:

./sdtdserver console

Wichtig:
Die Konsole nicht einfach mit CTRL + C verlassen, weil das den Server je nach Situation beenden kann.

Stattdessen nutzt ihr:

CTRL + B
danach D

Damit trennt ihr euch von der Konsole, ohne den Server zu stoppen.


10. Server aktualisieren

Gameserver aktualisieren:

./sdtdserver update

LinuxGSM selbst aktualisieren:

./sdtdserver update-lgsm

Update prüfen:

./sdtdserver check-update


11. Backup erstellen

LinuxGSM kann auch Backups erstellen:

./sdtdserver backup

Das ist besonders sinnvoll, bevor ihr größere Änderungen an der Config, an Mods oder an den Serverdateien macht.


12. Server überwachen

Mit dem Monitor-Befehl kann geprüft werden, ob der Gameserver läuft:

./sdtdserver monitor

Optional kann man diesen Befehl später auch per Cronjob regelmäßig ausführen lassen.

Dazu öffnet ihr die Crontab:

crontab -e

Beispiel für eine Prüfung alle 5 Minuten:

*/5 * * * * /home/sdtdserver/7DaysToDie/sdtdserver monitor > /dev/null 2>&1

Wichtig:
Den Pfad müsst ihr natürlich an eure eigene Installation anpassen.

13. Dateien per WinSCP bearbeiten

Im Video wurde am Ende auch gezeigt, wie man mit WinSCP auf die Serverdateien zugreifen kann.

Dafür verbindet ihr euch per SFTP mit eurem Server und navigiert zum Serververzeichnis, zum Beispiel:

/home/sdtdserver/7DaysToDie/serverfiles/

Dort findet ihr unter anderem die Konfigurationsdateien und Spieldateien.

Aus Sicherheitsgründen sollte man nach Möglichkeit nicht dauerhaft mit Root arbeiten, sondern lieber mit dem jeweiligen Gameserver-Benutzer oder einem sauber berechtigten Admin-Benutzer.


14. Firewall und Ports

Damit andere Spieler auf den Server verbinden können, müssen die benötigten Ports freigegeben werden.

Welche Ports benötigt werden, hängt vom jeweiligen Spiel ab. Die beste Übersicht bekommt ihr mit:

./sdtdserver details

Dort zeigt LinuxGSM die relevanten Ports für den Server an.

Wenn ihr UFW verwendet, könnte eine Freigabe beispielhaft so aussehen:

ufw allow 26900/udp
ufw allow 26900/tcp
ufw reload

Achtung:
Die Ports können je nach Spiel und Konfiguration abweichen. Prüft deshalb immer die Ports passend zu eurem Server.

15. Nützliche LinuxGSM-Befehle

Hier noch einmal die wichtigsten Befehle im Überblick:

./sdtdserver install        # Server installieren
./sdtdserver start          # Server starten
./sdtdserver stop           # Server stoppen
./sdtdserver restart        # Server neustarten
./sdtdserver details        # Serverinformationen anzeigen
./sdtdserver console        # Serverkonsole öffnen
./sdtdserver update         # Gameserver aktualisieren
./sdtdserver check-update   # Auf Updates prüfen
./sdtdserver update-lgsm    # LinuxGSM selbst aktualisieren
./sdtdserver backup         # Backup erstellen
./sdtdserver monitor        # Server überwachen

Bei anderen Games ersetzt ihr sdtdserver einfach durch den passenden Servernamen.


Schnelle Zusammenfassung

Für den schnellen Einstieg reichen im Grunde diese Schritte:

adduser sdtdserver
su - sdtdserver
mkdir 7DaysToDie
cd 7DaysToDie
wget -O linuxgsm.sh https://linuxgsm.sh && chmod +x linuxgsm.sh && bash linuxgsm.sh sdtdserver
./sdtdserver install
./sdtdserver start
./sdtdserver details

Danach könnt ihr den Server weiter konfigurieren, Ports freigeben, Mods einrichten und den Server an eure Community anpassen.


Fazit

LinuxGSM ist eine sehr angenehme Möglichkeit, Gameserver unter Linux zu installieren und zu verwalten.

Gerade für Einsteiger ist es deutlich einfacher, als alles komplett manuell einzurichten. Man bekommt eine klare Struktur, einfache Befehle und viele nützliche Funktionen wie Start, Stop, Updates, Backups, Details und Monitoring direkt mitgeliefert.

Viel Spaß beim Einrichten eures eigenen Gameservers!